Wolfgang Nieschalk
        "Wer handelt, kann Fehler machen. Wer nicht handelt, hat bereits einen Fehler gemacht."

Robert Koch - Kämpfer gegen die Seuchen.

An dem Tag, als uns das Corona Virus überfiel, drängte sich über die Medien ein Institut in unser Leben, dass 1891 für einen der ganz Großen der Medizin errichtet und benannt wurde und uns seit gut einem Jahr täglich mit ungeliebten Corona Neuinfektionszahlen beliefert: Das Robert Koch Institut.

Doch von dem Namensgeber selbst - Robert Koch - spricht kaum noch jemand und nur Wenigen ist bewusst, dass auch heute noch Tausende Menschen täglich elend sterben müssten, wenn es seine Forschungen nicht gegeben hätte.

Niemand hätte in Clausthal- Zellerfeld am 11. Dezember 1843 gedacht - dem Geburtstag von Robert Koch - dass dieses neu geborene Kind einmal Medizingeschichte schreiben würde. Mit dreiundzwanzig Jahren machte er seinen Doktor, aber erst fünf Jahre später entschied sich in Posen sein endgültiges Schicksal. Dort schenkte ihm seine Frau ein leistungsstarkes Mikroskop, dass zum Werkzeug einer einzigartigen Forscher Karriere wurde. Nun war er nicht mehr blind gegenüber "dem Kleinsten" seiner Zeit und wiederlegte die Vorstellung der Fachwelt, die tödliche Krankheiten giftigen Dämpfen oder der Strafe Gottes in die Schuhe schob. Koch hatte erkannt, dass bestimmte, mikroskopisch kleine Lebewesen dafür verantwortlich waren. Mikroben - und so rief der damals berühmte Botaniker Cohn, dem Koch seine Experimente vorführte, begeistert aus: "Koch ist der unübertroffene Meister der wissenschaftlichen Forschung." Diese Entdeckung glich einem medizinischem Urknall und die Bekämpfung der tödlichen Krankheiten jener Zeit nahm mächtig an Fahrt auf.

1883 entdeckte Koch den Cholerabazillus, dann die Erreger der Schlafkrankheit und die der Tierseuchen Anthrax und Rinderpest, denen Millionen Rinder zum Opfer fielen.

Als Feldarzt im deutsch französischen Krieg nahm er verbissen den Kampf gegen den rätselhaften Wundbrand auf, dem mehr als drei Viertel der Soldaten nach Amputationen zum Opfer fielen. Er gewann und isolierte gleich sechs für die Todesfälle verantwortliche Bakterienarten.

Seine Leistungen sprachen sich herum. Als frisch ernannter Regierungsrat am Gesundheitsamt in Berlin hatte er nun Arbeitsplatz, finanzielle Mittel und zwei Assistenten, die ihn bei der Bekämpfung tödlicher Krankheiten unterstützten. Aber zuvor musste eine zuverlässige Desinfektionsmethode für alle klinischen Erfordernisse gefunden werden. Heißdampf hieß die Lösung. Dann ging Koch gegen einen der größten Feinde der Menschheit vor, die Tuberkulose. An ihr starb jeder siebte und selbst angesehene Ärzte meinten, Unterernährung sei die Ursache. An Ansteckung glaubten sie nicht.

Koch war anderer Meinung und nach einem halben Jahr Arbeit im Labor fand er im 271. Präparat einer Versuchsreihe den TBC Erreger. Seine Kollegen blieben skeptisch und so trug er seine Erkenntnisse am 24. März 1882 führenden Wissenschaftlern der Berliner Physiologischen Gesellschaft als Beweis vor. Zum ersten Male in der Geschichte folgte einem Vortrag keine Diskussion. "Vor Tatsachen muss die Kritik schweigen", meinte einer der Teilnehmer.

1905 erhielt Koch den Nobelpreis für seine Tuberkuloseforschung und wurde weltberühmt. Denkmale wurden für ihn errichtet und Straßen nach ihm benannt. Doch erschöpft von lebenslanger Arbeit starb Koch schon am 27. Mai 1910. Und so gesehen ist das heutige Robert Koch Institut nicht nur eine Behörde im medizinischen Bereich, sondern auch ein Denkmal, dass erinnern soll an einen der größten deutschen Forscher, den ein kleines Städtchen im Harz - Clausthal Zellerfeld - hervorgebracht hat. 

 
 
 
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