Der April, oft besser als sein Ruf!

Rapsfeld bei Lauenau.

Hitzewellen sind ihm - bis auf seltene Ausnahmen - fremd. Wirklicher Frost auch und oft lässt die intensive Sonnenstrahlung es schon zu, die Beine auf der Gartenliege lang zu machen. 

"Unkraut" in einer Wiese in Gestorf. Der späte April hat viel gemeinsam mit dem Mai und so wie auf diesem Bild, blühen manchmal schon die ersten Apfelbäume.

Der Raps blüht ab Mitte April und das Unkraut sprießt. Und deshalb finden Sie hier "den kleinen Unkrautrat-geber, den Sie nicht zu ernst nehmen sollten...Dazu zählt auch der abgebildete Löwenzahn, wenn er dort Wurzeln schlägt, wo er nicht hingehört, nämlich ins Gemüsebeet. An den Straßenrändern und auf Wiesen und Weiden bildet er aber ein wunderschönes "Blumenmeer" und einen schmackhaften, leicht bitteren Salat kann man aus ihm auch herstellen. Genießen Sie alles und auch meine kurze Abhandlung über den April. Dazu bietet sich  die schon erwähnte Gartenliege trefflich an! 


Kleiner Unkrautratgeber

Die beste Zeit zum Unkraut jäten ist natürlich das Frühjahr. Dann ist der Boden blank wie eine Mädchenwange. Aber viele scheuen vor dieser Arbeit zurück, weil in dieser Jahreszeit die winzigen Stauden kaum von den winzigen Unkräutern zu unterscheiden sind. Oder weil sich die Gartenbesitzer Dutzende von Dingen vorstellen können, die interessanter sind, als winzige Unkräuter aus dem Dreck zu ziehen. Oder weil sie sich überhaupt nichts vorstellen, und schlicht und einfach keine Lust zum Unkrautzupfen haben.

Solche Einstellungen lassen bei Gartenbesitzen viel nachvollziehbare Logik erkennen. Glasklare Logik sogar, denn wer es fertig bringt, bis Ende Juni mit dem lästigen Unkrautjäten zu warten, hat das Problem der Verwechslung gelöst. Dann ist das Unkraut auch ohne botanische Vorkenntnisse kinderleicht von Blumen und sonstigen Nutzpflanzen zu erkennen. Für die, die immer noch unsicher sind, gilt die Faustregel: Unkräuter sind zu Beginn des Sommers die riesigen, die furchteinflößenden Pflanzen, vor denen es sogar den Insekten graut! Doch hat diese Jahreszeit den großen Nachteil, viel zu angenehm zu sein, um sie mit nutzlosen, aber majestätischen Unkrautpflanzen zu vertun, weil ja doch alles wieder nachwächst. So gesehen, wäre der Hochsommer die bessere Zeit – wenn er nicht so heiß wäre. Das lähmt die Arbeitswut enorm und viele Gartenbesitzer sind im Urlaub. Im August, nach den Ferien, wird die Sache aber kritisch, weil das Unkraut anmaßend geworden ist und nun wird es höchste Zeit, sich an die Arbeit zu machen.

Aber wie? Falls es sich um Staudenbeete handelt, zerteilt der unter immer noch unbarmherziger Sonne leidende, missmutige Gärtner zuerst den Unkrautteppich, um zu sehen, ob noch ein paar Blumen am Leben sind. Da die meisten Gärtner nebenbei auch Pechvögel sind, wird er fast immer einige Überlebende im Beet finden. Er darf daran denken, sie zu vernichten - handeln darf er so nicht! Deshalb scheidet auch die Behandlung der Erde mit einer Kreuzhacke aus. Erstens hat kaum jemand noch so ein Gerät im Schuppen und zweitens würde sie am ausgetrockneten, betonharten Boden nutzlos abprallen und ihm die Arme prellen. Und würde er nach stundenlangem Hacken und Kratzen mit viel Idealismus dann doch noch ins Innere der Erde eindringen, würde er feststellen, dass die Unkrautpflanzen um diese Zeit Wurzeln entwickelt haben, die so fest wie Stahlkabel sind. Spätestens dann gibt er auf. Die Methode taugt also nichts und der logisch handelnde Gärtner denkt schläfrig im Schatten auf dem Liegestuhl nach.

Wasser ist die Lösung, fällt ihm nach dem Mittagsschlaf ein. Wasser aus dem Rasensprenger. Drei Tage lang und das Unkrautproblem wäre gelöst - aber es wäre teuer. Preiswerter wäre ein Dreitageregen und damit freundet er sich sofort an, vor allem, weil ein Dreitageregen im August so selten ist.

Mein Freund Otto hatte das schon vor Jahren erkannt. So ein ausbleibender Dreitageregen ist ihm zu unzuverlässig. Sicherheitshalber fährt er deshalb immer im August in die Ferien, um nicht daheim zu sein, wenn das Unglück geschieht und ein Dreitageregen unerwartet sein Unkraut unter Wasser setzt. Er setzt auf zuverlässigere Naturkräfte und unterstützt sie aktiv, indem er sich so lange von seinen Stauden fernhält, bis der nächste Winter einen sehr kalten Tag bringt. "Danach werden", sagt er und lächelt dabei selig, "sämtliche Unkräuter tot sein, weil die Wunder der Natur so effektiv arbeiten und der Boden wird wieder glatt aussehen wie eine Mädchenwange."