Die Zeit zwischen den Festen.

 

Ein gutes Neues Jahr wünsche ich Ihnen. Hier ein Feuerwerk in Dresden am Elbufer

 

Die Zeit zwischen den Festen

 

In der kurzen Zeit zwischen den Festen geschieht in und um die Familien meist mehr, als ich mir in der hektischen Vorweihnachtszeit vorstellen konnte, und manchmal drängt sich jetzt der Eindruck auf, dass das alte Jahr, dass in seinen "letzten Zügen" liegt, noch schnell das Versäumte nachholen will, was es aus lauter Zeitmangel bisher nicht geschafft hatte. 

Kein Wunder, denn ein Jahr hat nun einmal nur 365 rasend vorüber gehende Tage, die meist vollgestopft sind mit Aktivitäten und manches Vorgenommene bleibt dabei auf der Strecke. Die Zeit zwischen den Festen ist dann die letzte Möglichkeit, das "Verschobene" nachzuholen. Und so ist es auch kein Wunder, dass die Ruhe des Weihnachtsfestes schlagartig abgelöst wird durch hektische Betriebsamkeit vom Dachboden bis zum Keller. Ich zum Beispiel baue - wenn ich hier fertig bin - die längst fälligen Brandmelder an die Decken meines Hauses, weil es ab 1.1.17 nun Vorschrift ist, aber besonders wegen der Brandversicherung, die sich sonst im Schadensfalle garantiert vor der Zahlung drücken würde. Und wenn ich schon den Schraubenzieher in die Hand nehme, repariere ich anschließend auch noch die kleinen technischen Störungen, "entschmücke" den viel zu früh nadelnden Weihnachtsbaum und mache mich dann auf in meine geliebte Werkstatt, um nicht in ihr, aber mit ihr eine Etage höher einigermaßen aufgeräumt ins "Neue Jahr" zu rutschen.

Von den Vorgängen, die mir am meisten außerhalb meiner heimischen Wände auffielen, waren die Schlangen brötchenhungriger Menschen vor den Bäckern, die sich sogar außerhalb der Ladentüren teilweise bis auf die Fußwege fortsetzten.  Meist sah ich Männer, denn die meisten von Ihnen haben Urlaub und werden losgeschickt, damit sich die überlastete Hausfrau ungehindert ihrem Budenschwung widmen kann, um Reste von Nussschalen aufzusaugen und kopfschüttelnd runtergefallene Apfelsinenschalen vom Teppich zu beseitigen. Sie schüttelt den Kopf nicht grundlos vor so viel Gleichgültigkeit, doch wird sich so lange daran nichts ändern, bis die Kinder aus dem Haus sind. Oder, nach einer meist nur relativ kurzen Pause, die Enkelkinder. 

Trotz guter Vorsätze haben die Meisten von uns zu Weihnachten gut - wenn nicht sogar zu gut - gelebt. Gehaltvolles stand meist auf dem Mittagstisch und nach zweieinhalb Tagen ist das kaum angerührte alte Weißbrot knüppelhart und die Brötchen schmecken selbst nach erneutem Aufbacken, eher nach Pappe als nach Brot. 

In diesen ganzen Nachweihnachtrubel schwappt auch noch die große Umtauschwelle und der längst fällige Konzertbesuch und alles zusammen ergibt eine Fülle von Erlebnissen, die ein "Schreiber" notieren und auf seine eigene, seine schreibende Art und Weise humorvoll verarbeiten und dokumentieren kann.

Eine dieser Geschichten füge ich hier ein und morgen suche ich im Archiv nach einer zweiten Erzählung.

Aber bevor ich bei all den Aufgaben, die mich hier an dieser Homepage in den nächsten Tagen in Anspruch nehmen werden vergesse, Ihnen einen guten Rutsch ins Neue Jahr zu wünschen, ziehe ich diese guten Wünsche nun vor und hoffe, dass  2017 ein gutes Jahr für Sie wird.

Ich freue mich, wenn Sie weiter meine Seite unter Nieschalk.info besuchen und seien Sie gewiss, ich werde die Seite attraktiv und abwechslungsreich für Sie gestalten und ausbauen. Mir schweben einige Dinge vor, die dies unterstützen werden

 

Herzlicher Gruß, Ihr

 

Wolfgang Nieschalk

 

Die Zeit nach der Bescherung


Am Heiligen Abend hat der Weihnachtsmann alle Hände voll zu tun, um die vielen Gabentische zu füllen, aber am Morgen des 25. Dezember kann er seinen weißen Bart an den Nagel hängen und bis zum nächsten Jahr in Ruhe pflegen. Sein Sack ist leer und alles Übrige bleibt uns überlassen.

Zum Beispiel das Geschenkpapier, welches sich auf dem Fußboden türmt. Ich bin fürs Wegwerfen, aber meine Frau ist anderer Meinung. Sie will aufheben und verstauen – nur, um das Verstaute nie wieder hervorzuholen. Ich weiß das, denn noch nie hat sie gebrauchtes Weihnachtspapier zum Einpacken verwandt.

Jedes Blatt Papier wird glattgestrichen, einmal längs und quer gefaltet und in eine der herumstehenden Kartons gepackt. Bitterböse wird sie, wenn ich mich mit der Schere an die liebevoll gebundenen Schleifen heranmache. Aber irgendwann haben wir uns arrangiert, Schachteln und Kartons ineinander gestapelt und auf dem hinteren Dachboden verstaut, denn vorne stehen noch die Kartons vergangener Jahre.

Das, was übrig bleibt, landet im Kamin. Vorletztes Jahr fand mit dem Müll auch der neue Handschuh meiner Frau, ein Akku des Fotoapparates und das Geschenk der Kinder – die Karten zum Neujahrskonzert – den Weg in die Flammen. Die hitzige, unter viel Kopfschütteln geführte Diskussion, wer wo und zu welchem Zeitpunkt so unaufmerksam mit dem Abfall umgegangen sei, neigte sich zu meinen Ungunsten, da explodierte der weggeworfene Akku im Feuer. Danach war Ruhe. Ich sammelte hektisch Glutreste vom Teppich und bin seitdem von nachweihnachtlichen Aufräumarbeiten ausgeschlossen.

Trotzdem, ich habe noch genug zu tun, denn vor langer Zeit wurde ich zum Gänsebratmeister ernannt. Das schmeichelte mir, war aber unlogisch, denn meine Kochkenntnisse enden exakt beim garen von Pellkartoffeln. Später – zu spät – erkannte ich, man hatte mich über den Tisch gezogen! Von wegen Kochtalent! Die zu schälenden Zwiebeln waren Schuld an meiner Beförderung zum weihnachtlichen Küchenchef. Tränen benetzen seitdem meine Wangen und meine Frau geizt nicht mit gutgemeinten – aber schlechten Ratschlägen – um das weihnachtliche Weinen bei mir in Grenzen zu halten.

Spätestens dann, wenn niemand mehr gebratene Gans riechen oder gar essen will und sich jeder nach gewöhnlichen Pellkartoffeln sehnt, steht die Frage im Raum, wann die Feiertage eigentlich vorüber sind.

Manche Leute meinen dann, wenn der Weihnachtsbaum geplündert wird. Der Neujahrstag böte sich an, aber eine gewisse körperliche Schlaffheit, die durch Übernächtigung hervorgerufen ist,  könnte den Zeitpunkt noch hinauszögern. Andere behaupten, er solle bis zum Dreikönigstag bleiben. Ich hatte vorgeschlagen, Weihnachten ohne Baum zu verbringen und erntete eisiges Schweigen.

Mein Vorschlag war eigennützig, denn mein Sessel macht Weihnachten immer Platz für den grünen Gesellen und ich sitze dann beim Lesen schief. Warum? Weil das Kabel meiner Leselampe nun zu kurz ist. Ein Verlängerungskabel würde Abhilfe schaffen, aber auch als Fußangel dienen. Also sitze ich weiter krumm, mache beim Lesen einen Gänsehals und hoffe, dass der Baum bald verschwindet.

Das geht manchmal schnell. Sein Nadeln bedeutet dann sein sofortiges Aus. Gut so. Endlich kann ich wieder gerade sitzen. Aber noch etwas bedeutet mir sein Auszug: Mit seinem Verschwinden endet immer auch die dunkle Jahreszeit! Ein neues Jahr beginnt, die Tage werden wieder länger und neue Aufgaben erwarten uns. Packen wir sie an? Klar - und freuen wir uns darauf!

 

Gutes Neues Jahr!