Aktuelle Veranstaltungen im September 2017


29. September 2017, 19.30, Raum Weetzen 


Die Brüder Grimm vor dem Rathaus in Hanau - sie leben weiter und sind als vielleicht - geschätzt - acht Meter hohe Statue nicht zu übersehen-.

"Eine Reise auf der deutschen Märchenstraße"

 

lautet die Überschrift für diesen Vortrag. Doch vermittelt die Überschrift ein unvollständiges Bild und verschweigt, dass es dabei um die Brüder Grimm geht, deren Literatur die nach der Bibel weltweit meistgelesene ist und deren nicht mehr überschaubare Buchauflagen Auflagen von mehreren Milliarden umfassen. 

Dieser Vortrag ist kein Reisebericht. Die Märchenstraße bildet aber den "Leitfaden" den "roten Faden" für den Vortrag. 

Alsfeld hat nicht nur ein schönes "Märchenhaus", es ist selbst Märchenstadt, eben märchenhaft schön. Ich werde einmal einen gesonderten Artikel mit Fotos einstellen.

Intensiv wird, neben einigen unbekannten und bekannten Märchen, die in den Auflagen der Brüder Grimm eine Sonderstellung einnahmen, über die Kindheit und Jugend der Brüder berichtet und im Hauptteil darüber, wie die Grimms überhaupt an die Märchen gekommen sind, die sie später in mehreren Auflagen ständig erweitert und umgeschrieben der Öffentlichkeit vorstellten. Dabei drückte sie die Zeit. Die Zeit des Märchenerzählens war zu deren Zeit unwiderruflich vorbei und bevor die wenigen noch lebenden Erzähler starben, musste alles zu Papier gebracht werden. Starben sie, starben auch die Märchen. 

Diese Foto - aufgenommen in Steinau - zeigt, auf welchen Wegen früher gereist wurde. so reisten auch die Grimms und bedenkt man die damit verbundenen Beschwerlickeiten und Zeitverluste, ist es erstaunlich, dass die Brüder überhaupt noch Zeit für ihre wissenschaftlichen Arbeiten fanden!

Dieses Vorhaben und die Durchführung war ein Abenteuer für sich. Die Vorgehensweise wird im Vortrag ganz besonders beleuchtet. Vergessen werden darf nicht, dass die damalige Landbevölkerung weder schreiben noch lesen konnte und die Geschichten - die alles andere waren, als Kinderkram - nur mündlich überlieferten. Für sie waren die Märchen eine Illusion, die ihnen das Leben "in zweiter Leibeigenschaft" - wie es ein Autor ausdrückte - etwas erträglicher machte. Schließlich blieb durch sie die Hoffnung lebendig, dass durch das alle Märchen auszeichnende "Happy End" auch für sie ein "Happy End" warten könnte.  

Eines der "Märchenschlösser"irgendwo im Grün neben der Märchenstraße.

So verschrieben sie 520 000 Blatt Papier und verbrauchten 207 Liter Tinte, hat das Grimm Museum in Kassel errechnet. Dabei ist allerdings das Material enthalten, was die Grimms für ihr größtes Lebenswerk, das "Deutsche Wörterbuch" verbraucht haben.

Da viele der Märchen vertont wurden, fehlt auch die Musik nicht und veredelt an den Stellen die Erzählungen, bei denen Worte nicht alles ausdrücken können. 

Rotkäppchen zum Beispiel. Das gibt es sogar als Sekt und auch bei unserem ehemals größten Geldschein, dem 1000 Mark Schein, wurden als Motiv die Gebrüder Grimm gewählt. Von den Opern, Ballettstücken, die Grimms Märchen zur Grundlage haben ganz zu schweigen und die Anzahl der Filme mit Grimms Märchen als Grundlage sind ungezählt. 

Grimms Märchen sind überall und Jacob Grimm hatte sich damals gewaltig geirrt, als er nach dem Tode des jüngeren Bruders Wilhelm schrieb:

 

"Schnell dahin geronnen ist unser Leben. Wir hatten unsere Kräfte ehrlich angesetzt, dass unter den nächstfolgenden Menschen unser Andenken noch unverschollen sein wird. Hernach mag es zuwachsen." 


Tauchen Sie mit mir ein in eine Welt, die gut 200 Jahre zurück liegt aber immer noch - viel mehr als früher - gegenwärtig ist. Ich freue mich auf Ihren Besuch. 


Mit besten Grüßen, Ihr


Wolfgang Nieschalk